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Mit dem Rucksack auf Reise um die Welt

Belize: Von Höhlen, Inseln und dem Leben in Hostels

Wir finden das neue Hostel nicht, werden vom Taxifahrer abgezockt, mieten ein Auto, treiben auf dem Fluss durch eine Höhle, haben WG Feeling in San Ignacio, schnorcheln mit Haien und Manatis und sind erstaunt über das Preisniveau. Hier mal ein etwas längerer Post über unbelizeble Belize.

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  • Alex & Fabienne
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Ausblick in der Rio Frio Höhle, welche eher einem riesigen Tunnel gleicht, da man beide Enden sieht

Ankunft und Intro zu Belize

Die Passkontrolle der Belizischen Behörde war einfach (erinnert ihr euch and den Stress, den wir deswegen in Bacalar hatten?) und wir erhielten 30 Tage in Belize. Der Bus kam nach wenigen Minuten auch an, so dass wir unser Gepäck wieder einladen und in Richtung Belize City weiterfahren konnten. Willkommen in Belize!

Hier eine kurze Einführung, für die Unwissenden, die wie wir nichts bis wenig über Belize wussten (alle anderen dürfen diesen Abschnitt gerne überspringen):

Das Land wird oft als ein karibisches Land in Zentralamerika beschrieben, weil es eine ähnliche Geschichte wie englisch-sprechende karibische Länder hat. Die frühere britische Kolonie ist seit 1981 unabhängig, gehört aber immer noch zum britischen Commonwealth (und hat deshalb z.B. die Queen auf ihrer Währung, dem Belize Dollar). Die Kultur des Landes ähnelt aber eher denen von Zentralamerika. Alles läuft hier etwas langsamer und entspannter und die Leute sind sehr freundlich. Besonders auf den Inseln, den Cayes (sprich: „kiis“) wird das Motto „Go Slow“ sehr bewusst gelebt. Auch Marihuana wurde uns immer wieder angeboten.

Die Bevölkerung ist bunt durchmischt: Kreolen (afrikanischer und britischer Herkunft) und Mestizos (spanischer und Maya Herkunft) machen dabei rund die drei Viertel aus. Ein Zehntel der Bevölkerung gehört zu den Maya. Die Garifuna (karibische Ureinwohner und Afrikaner) leben vor allem im Süden. Mennoniten (Wikipedia) aus Kanada produzieren einen Grossteil der Lebensmittel in Belize und mischen sich nicht unter den Rest der Bevölkerung. Der Süden des Landes besteht aus den Maya Mountains während es im Norden viele Sümpfe und Kalksteintiefland gibt. Das Belize Barrier Reef ist ein 300km langer Abschnitt der 900km des Mesoamerikanischen Barrier Reef Systems, das von Yucatán bis Honduras reicht. Das bekannte Great Blue Hole befindet sich auch hier. Das subtropische Klima mit Regen- und Trockenzeit und Hurricanes macht sich auch hier bemerkbar. Das Land exportiert hauptsächlich Zuckerrohr, Zitrusfrüchte und Bananen. Fabienne hat sich hier seeehr zurückgenommen, aber trotzdem Hut ab für‘s Dranbleiben!

Belize City

Wir fuhren durch die nördlichen Distrikte Corozal und Orange Walk, wo wir im Gegensatz zur sehr stark bewaldeten Halbinsel Yucatán immer wieder Weitblick über die Sümpfe geniessen konnten. Über eine Stunde früher als erwartet kamen wir in Belize City an. Wir wollten uns das Taxi sparen und da es noch hell war, schulterten wir unsere Rucksäcke und liefen los.

Über eine Brücke musst du gehn
Über eine Brücke musst du gehn

Eigentlich hätte es nur ein 10-minütiger Spaziergang zum Hostel sein sollen. Doch an der genannten Adresse angekommen, konnten wir es nirgends finden. Da wir keine SIM-Karte gekauft hatten und kein WLAN fanden, konnten wir die Besitzerin nicht kontaktieren und um Hilfe fragen. Wir liefen die Strasse hoch und runter. Wir fragten in der Tankstelle rechts neben der Adresse und im Street-Food-Laden links daneben. Wir sprachen verschiedene Passanten an, doch auch Leute die seit 20 Jahren in dieser Gegend wohnten hatten noch nie von unserem Hostel oder der Besitzerin gehört. Der Schweiss floss mittlerweile in Strömen und die Angst, einem Betrug auf den Leim gekrochen zu sein, wuchs stetig. Ein älteres Ehepaar rettete uns dann aber und rief die Besitzerin an (zum Glück hatten wir einen Screenshot von der Adresse und der Telefonnummer) und wir konnten so den Weg finden. Anscheinend waren wir sogar daran vorbeigelaufen, doch da wir unser Ziel erst in einem halben Kilometer hätten erreicht haben sollen, war uns das nicht aufgefallen. Die Besitzerin, Keira, begrüsste uns freudig und entschuldigte sich mehrfach. Das Hostel war erst in der gleichen Woche eröffnet worden und von aussen noch nicht angeschrieben, die Adresse stimmte online auch nicht (sie hat es aber sehr schnell korrigiert). Wir bekamen eine kurze Führung und einen Restauranttipp, den wir gleich ausprobierten. Leider gab es in der Nacht einen Stromausfall und wir wachten in einem ziemlich heissen Zimmer auf. Da wir nicht wieder bis zur Busstation laufen wollten, gönnten wir uns ein Taxi. Der Fahrer hat uns Touristen natürlich ziemlich abgezockt. Der Preis war 10 Dollar, wir dachten das passt (in Belize Dollar) und bei der Bezahlung, wollte er partout kein Rückgeld geben, da er nun 10 US Dollar “Each” wollte, was er natürlich bei der Preisfrage am Anfang nicht erwähnte. Alex war bereits wütend darüber. Der Taxifahrer holte seine Kollegen hinzu, der auch meinte: Ja, man bezahlt pro Person (klar, muss sein Kollege ja sagen). Da wir gerade nur eine 10 US Dollar Note hatten, gabs halt nix zurück für die 4min Taxifahrt. Den der US und Belize Dollar haben einen fixen 1:2 Wechselkurs und man kann mit beiden Währungen bezahlen. Jetzt wissen wir es besser, halten den Betrag exakt bereit und verhandeln viel härter!

Fahrt nach San Ignacio

Die alten Schulbusse sind hier die regulären Busse
Die alten Schulbusse sind hier die regulären Busse

Mit gefühlt der halben Stadt quetschten wir uns in einen ausrangierten Schulbus. Wir waren überglücklich, einen Sitzplatz ergattert zu haben. Auch Emma und Manwar (ein Pärchen aus England, das wir am Busbahnhof kennengelernt hatten), hatten es geschafft. Viele Reisende mussten im Gang zwischen den Lederbänken stehen und bei jedem vorbeifahrenden Polizeiauto in die Hocke gehen. Das Glück währte leider nicht lange. Der Bus hielt an einer Tankstelle und wir bekamen die Anweisung, mit unserem Gepäck auszusteigen. Ein grösserer Bus stand bereit. Das Gedränge ging los! Die Einheimischen reisten nur mit wenig Gepäck und ergatterten sich so die begehrten Sitzplätze. Bis wir unsere Rucksäcke und die Koffer der Engländer auf den hintersten Sitzen (dieser Bus hatte keine Gepäckablage unter dem Bus) verstaut hatten, war der Bus voll. Für Emma und Fabienne wurde ganz hinten Platz gemacht und wir kletterten über die Gepäckstücke, die im Gang lagen. Alex und Manwar mussten kurz stehen. Der Bus hielt aber immer wieder an und so gab es schnell Sitzplätze für die beiden. Fabienne sass ganz hinten neben dem Belizianer Kendrick und seinem Sohn, Kendrick Junior. Er gab ihr eine Einführung in Land, Leute und Politik und erzählte ihr seine Lebensgeschichte. Das Ganze war sehr unterhaltsam und wurde mit Bananenbrot vom Markt versüsst.

Voller Bus
Voller Bus

Nach gut 3h holpriger Busfahrt in den Westen kamen wir in San Ignacio an. Das verschlafene Städtchen liegt in der Nähe der Grenze zu Guatemala und hat uns verzaubert!

Das Old House Hostel in San Ignacio versprüht WG-Charme und liegt leicht erhöht mitten in San Ignacio. Hier im District Cayo gibt es viel zu sehen, weshalb wir für 5 Nächte blieben. Schon bald lernten wir auf dem grossen Balkon andere Reisende kennen und verbrachten so einen gemütlichen Abend. Leider schliefen wir nicht so gut, da viele Motorräder ohne Schalldämmung am Auspuff lautstark den Hügel hinauf und am Hostel vorbei beschleunigten.

River Tubing

Wir starteten gleich am ersten Tag mit River Tubing. Zusammen mit Emma und Manwar und einem amerikanischen Paar wurden wir eine Stunde zum Caves Branch River. Auf der Fahrt erzählte der Tourguide uns viel Spannendes über Belize, seine Geografie und Bewohner. Auf dem Parkplatz angekommen rüsteten wir uns aus: Schwimmweste, Helm mit Lampe und natürlich ein Schwimmring. Damit bewaffnete spazierten wir etwa 30 Minuten durch den Dschungel und überquerten dabei dreimal den Fluss. Am Eingang der Höhle angekommen, band der Tourguide alle Schwimmringe zusammen, wir stiegen ein und liessen uns treiben. Die Höhle war riesig! Aber wir lassen am besten Bilder für uns sprechen:

RiverTubing
RiverTubing

Wasserfall in Höhle
Wasserfall in Höhle

Höhlenmitte mit Öffnung
Höhlenmitte mit Öffnung

Wir sahen viele Stalaktiten und Stalagmiten, Fledermäuse und im Licht der Lampen glitzernde Kalzitablagerungen. Nach einer Weile hielten wir bei einem kleinen Wasserfall an, wo ein zweiter Fluss einmündete. Wir kletterten über die Steine bis wir zu einem anderen Eingang kamen. Dort war die Decke der Höhle eingebrochen und die Maya konnten sie so für Rituale nutzen. Wir sahen sogar Scherben von Tonwaren. Auf dem Rückweg zu den Schwimmringen schwammen wir durch den kühleren Fluss, was besonders von Emma, die nur schlecht schwimmen kann, viel Mut erforderte. Einmal forderte der Tourguide uns auf, die Lampen auszuschalten. Solch eine allumfassende Dunkelheit erlebt man selten! Wir trieben orientierungslos langsam den Fluss hinunter. Für das letzte Stück in der Höhle schalteten wir die Lampen wieder ein und genossen die friedliche Umgebung. Weit hinten konnten wir den Ausgang erkennen und wir trieben schlussendlich mitten durch den Dschungel. Schmetterlinge, Libellen und riesige Spinnen begrüssten uns und wir fühlten uns wie im Dschungelbuch.

Stalagmiten in Höhle
Stalagmiten in Höhle

Ende der Höhle
Ende der Höhle

Im Fluss treiben
Im Fluss treiben

Da wir ganz in der Nähe des Parkplatzes ankamen, konnten wir uns schon bald umziehen und zur Stärkung in ein kleines Restaurant gehen. Müde aber glücklich und mit vielen Bildern im Kopf kamen wir wieder zum Hostel zurück.

Chilltag mit Flussbad

Am nächsten Tag liessen wir es etwas ruhiger angehen. Wir besuchten wie schon am Vortag Mike‘s Kitchen. In diesem winzigen Schuppen/Restaurant wird angeblich das beste Frühstück von ganz San Igancio serviert. Die traditionellen Fry Jacks (frittierter Teig) wird mit verschiedenen Beilagen wie Rühreiern, Speck und Bohnen serviert. Aber auch die Waffeln waren köstlich.

Fry Jacks
Fry Jacks

Später wollten wir mit zwei anderen Engländern einen im Hostel als 20-minütigen Spaziergang zum Branch Mouth machen. Dort kommen zwei Flüsse zusammen und man kann im Fluss baden. Es stellte sich heraus, dass wir etwa eine 3/4 Stunde in der heissen Nachmittagssonne laufen mussten, nur um vor einer grün-braunen Suppe zu stehen, die überhaupt nicht zum Baden einlud. Naja, zurück in der Stadt gönnten wir uns zum Trost ein kühles Eis.

Mountain Pine Ridge Reserve

Für den nächsten Tag mieteten wir ein Auto. Wir konnten drei Leute aus dem Hostel anwerben, um mitzukommen und die Kosten mit uns zu teilen. Wir machten uns also mit Sara aus Dänemark und Jay und Ella aus Australien auf den Weg zum Mountain Pine Ridge Reserve. Pinienwälder und rote Erde erinnerten Jay und Ella an ihre Heimat. Unser erster Stop waren Rio On Pools. Dieser Fluss ergiesst sich über Felsen und füllt dabei kleinere und grössere Wasserbecken. Wir badeten uns sonnten uns in dieser wunderschönen Landschaft.

Rio on Pools Flussbett
Rio on Pools Flussbett

Rio on Pools Aussicht
Rio on Pools Aussicht

Leider waren die Strassen in ziemlich schlechten Zustand und können eher als Dreckpfade beschrieben werden. Unser Mietauto kam mit 4x4-Antrieb aber gut zurecht und Alex freute sich über die Herausforderung, um die Schlaglöcher und tiefen Gruben zu manövrieren. An einem Punkt war es aber Endstation und wir mussten einen Umweg hinter einem Haus rum und über die Wiese machen. Wir schafften es so zum Eingang der Rio Frio Höhle, in die wir natürlich rein kletterten.

Rio Frio Höhle aussen
Rio Frio Höhle aussen

Später machten wir bei einem kleinen Wasserfall und einer Art Sandbank Halt. Da knurrten unsere Mägen aber schon ziemlich laut. Auf dem Berg gab es natürlich keine Restaurants oder andere günstige Verpflegungsmöglichkeiten. So landeten wir in einem Resort, das Pizzen zu Schweizer Preisen servierte. Wir unterhielten uns blendend und zeigten einander auf dem Weg zu unserem letzten Stop Lieder aus der Heimat. Patent Ochsner, Lo und Leduc, Francine Jordi und DJ Bobo - die Schweiz hat einiges zu bieten ;-)

Nur gefühlt 300 sehr hohe Treppenstufen trennten uns noch vor unserem letzten Ziel, dem Wasserfall Big Rock Falls. Wir schwammen so nahe heran wie möglich, kletterten über die Felsen in das zweite, kleinere Becken und entspannten da. Die Strömung über die Kante war ziemlich stark und Ella wurde sehr dramatisch mitgerissen und rutschte wie auf einer Wasserbahn in das erste Becken. Wir lachten Tränen bei unseren kläglichen Rettungsversuchen! Da ihr nichts passiert war, mussten wir es alle auch ausprobieren.

Big Rock Falls
Big Rock Falls

Am Abend gab es im unteren Stock des Hostels eine Jam-Session und Sara improvisierte den Gesang dazu.

Jam Session
Jam Session

Unser letzter Tag in San Ignacio

Fabienne wachte mit Muskelkater vom Treppensteigen auf. Wir wollten mit Sara die Maya Ruinen von Cahal Pech besichtigen. Diese liegen am Rand der Stadt und wir konnten zu Fuss dorthin. Leider mussten wir den Hügel hochlaufen und der Muskelkater meldete sich… Die Ruinen waren mit Bäumen bewachsen! Wir waren fast die einzigen Besucher und konnten sogar die Treppenstufen der Pyramide erklimmen. Hurra, mehr Treppen!

Am nächsten Tag nahmen wir wieder den Bus zurück nach Belize City. Dieses Mal war er nur halbvoll und wir mussten nicht mit Einheimischen um einen Sitzplatz kämpfen. Im Bus lernten wir Sascha kennen. Der Kroate hatte in Österreich studiert und wir teilten uns ein Taxi zum Hafen. Dort nahmen wir die Fähre nach Caye Caulker (sprich: „kii kooker“).

Ankunft in Caye Caulker

Zu Fuss erkunden wir die kleine Insel. Sie ist so schmal, dass man von der Mitte aus das Meer auf beiden Seiten sieht. In der Mitte wird sie durch einen Kanal, der angeblich in den 90er von einem Hurricane verursacht wurde, unterbrochen. Die Nordinsel wurde bisher noch nicht so intensiv genutzt, die meisten Hotels, Restaurants und Läden sind auf der Südinsel. Wir machen einen Halt bei Sip‘n‘Dip wo man Cocktails auf im Wasser versenkten Barhockern unter Sonnenschirmen trinken kann. Es war nicht so viel los und wir haben deswegen nur kurz etwas gegessen. Dann sind wird zum Split gelaufen, wo die Inseln getrennt wurde. Wir haben einen sehr leckeren Drink geschlürft und Einheimische beim Fischen nach Sonnenuntergang beobachtet. Auf dem Rückweg haben wir Sascha in einem Supermarkt getroffen und noch ein paar Bier auf der Dachterrasse getrunken, da er im gleichen Hostel wie wir landete.

Stingray Beach

Den zweiten Tag haben wir ganz entspannt am Stingray Beach verbracht. Dieser winzige Strandabschnitt (Caye Caulker war früher mit Mangroven bewachsen und hat darum nur wenige, künstliche Strände) ist bekannt dafür, dass jeden Abend die Rochen mit kleine Fischen gefüttert werden. Die Rochen sind sehr zutraulich und überfallen die Leute mit Fischen fast dafür. Uns hinterliess das Spektakel mit einem faden Beigeschmack. Die Rochen werden so wahrscheinlich selten selber jagen und ihr natürliches Verhalten wird auch nicht gezeigt… Dafür gibt es direkt daneben eine kleine Ecke, die als Schutzgebiet für Seepferdchen eingerichtet wurde. An einem versenkten Seilnetz sollen sie sich mit ihren Schwänzen festhalten. Auch wenn wir mehrfach dort waren, konnten wir leider kein einziges Seepferdchen sehen.

Stachelrochen am Stingray Beach
Stachelrochen am Stingray Beach

Am Abend sassen wir nochmals mit Bier auf die Terrasse, texteten für den Blog und unterhielten uns mit anderen Reisenden. Irgendwann begann es zu regnen. Zuerst spürten wir einige Tropfen. Dann sahen wir ein kleines Rinnsal, das seinen Weg durch das Dach gefunden hat. Irgendwann plätschterte es von überall munter auf uns herab. Aber so ist es halt in der Regenzeit :-)

Schnorcheln

Unser Highlight folgte am dritten Tag: Eine Schnorcheltour zum Hol Chan Marine Reserve. Wir buchten bei einem Unternehmen, dass keine Tiere füttert und auch mit den Booten und der Verpflegung auf möglichst umweltfreundliche Alternativen setzt. Wir hatten echt ein riesiges Glück und schon bei unserem ersten Halt sahen wir eine Seekuh! Sie lag ganz gechillt auf dem Meeresgrund und tauchte zwischendurch auf, um Luft zu holen. Manatees - so werden sie auf englisch genannt, was uns viel besser gefällt - sind riesige Meeressäuger, die bis zu 4m lang werden und über eine Tonne wiegen können. Das Gefühl, das Wasser mit diesen Tieren zu teilen ist einfach unbeschreiblich!

Manati das Luft holt
Manati das Luft holt

Später hielten wir an einem Ort an, wo sich viele bräunliche Ammenhaie tummeln. Sie sind für Menschen ungefährlich und werden bis knapp über 4m lang. Da viele Boote die Haie füttern, schwammen sie zuerst sehr nahe an unser Boot, bis sie gemerkt haben, dass es bei uns nichts gibt. Wir schwammen an Korallenriffen vorbei und sahen immer wieder mal einen Hai. Natürlich haben wir auch viiiiele Fische gesehen. Zwischen den Korallen entdeckte unser Guide sogar einen Hummer.

Amenhaie ums Boot
Amenhaie ums Boot

Danach fuhren wir weiter zu einem anderen Riff und einem Schiffswrack. Es war faszinierend, zu den Luken runterzutauchen und hineinzublicken. Von dort schwammen wir zum Coral Garden. Wir schnorchelten mit glänzend blauen Fischschwärmen, verirrten uns kurz in den immer flacher werdenden Korallen und entdeckten am Schluss sogar nochmals zwei Seekühe. Eine schwamm mit etwa 2 Metern Abstand unter Fabienne durch. Was für ein toller Abschluss für diesen grossartigen Ausflug!

Am Abend kochten wir mit Sascha und der Schweizerin Moana Pasta, um unser Budget etwas zu entlasten. Danach spielten wir noch ein paar Runden Uno Flip, bevor wir todmüde ins Bett fielen.

Gestank und Abschied von Caye Caulker

Unseren letzten vollen Tag auf der Insel verbrachten wir auf der Dachterrasse an der frischen Luft. Denn in unserem 4er Zimmer roch es ab und zu sehr stark nach irgendwas Abgestandenem. Erst gestern fand Alex raus, dass es das Badetuch der Zimmergenossin unter ihm ist (Kajütenbetten). Sie war die ganze Nacht weg, da das Bett morgens noch immer frisch gemacht war. Kurze Zeit später kam sie in den Raum und prompt erhärtete sich der Verdacht. Sie war wohl die ganze Nacht weg und das Zimmer wurde mit einem stechenden Schweissgeruch geflutet. Direkt hat Fabienne Alex via Handy geschrieben, ob er es auch riecht. Jap tat er. Wir hatten beide lange nicht mehr sowas riechen müssen und hofften, dass sie das Zimmer schnell wieder verlässt. Sie packte ihre Sachen und hat sogar ausgecheckt, zu unserem Glück. Ja, so kann es halt auch mal in einem Dorm sein.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Recherchen für unsere weitere Reise. Die Routenplanung beansprucht halt doch immer wieder viel Zeit, schliesslich wollen wir die Tipps der anderen Gäste im Hostel wenn möglich einbauen. Der Himmel war schon die letzten Tage bewölkt gewesen und am Abend hatte es meist geregnet. Da man auf der Insel ansonsten nicht wahnsinnig viel machen kann und wegen der Nebensaison auch nicht viele Touristen da waren, hielt sich unser schlechtes Gewissen aber in Grenzen…

Aussicht der Küche auf die Insel
Aussicht der Küche auf die Insel

Morgen geht es für uns via Belize City wieder mit dem Bus zurück nach Mexiko, genauer gesagt nach Campeche. Wir wollen zum Dia De Los Muertos in Oaxaca sein. Bis dahin haben wir zwei Wochen Zeit, um möglichst viele schöne Orte mitzunehmen.

Fazit Belize

Wir haben nun 11 Tage in Belize verbracht und wurden bereits vorher darauf hingewiesen, dass es hier teuer sei. Wir sind dann doch ein wenig erschrocken, dass hier, zumindest für Touristen, quasi Schweizer Preise herrschen. Zum einen sind die Benzinpreise etwa gleich, was Transporte teuer macht, aber auch Eintritte und Touren. Wir haben fürs River Tubing sowie die Schnorcheltour jeweils ca. 85 CHF pro Person bezahlt. Auch das Essen in Restaurants ist teuer und günstige Alternativen eher schwer zu finden. Wir sind mit einem totalen Tagesschnitt von 111 CHF ausgekommen (für uns beide). In Anbetracht, dass die Menschen hier sicher nicht das Schweizer Lohnniveau haben, fragen wir uns, wie gut man als Einwohner hier noch leben kann. Ein Mensakoch für eine belizische Behörde erzählte uns vor unser Abreise zurück nach Mexiko, dass es in den letzten Jahren sehr teuer wurde, die Politik korrupt ist und nichts für die Menschen im Land tue, und es deshalb wenig Perspektiven gäbe. Wer keinen Job hat, kann kaum Überleben und wer es sich leisten kann und will, wandert aus, meist in die USA.

Alex & Fabienne

Von Alex & Fabienne

Seit September 2024 sind wir auf Reisen. Gestartet in Mexiko zielen wir in Richtung Patagonien und kommen unserem Ziel Land um Land näher. Mit diesem Blog halten wir unsere Freunde und Familie zu Hause auf dem Laufenden.

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