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Mit dem Rucksack auf Reise um die Welt

Tulum: Traumstrände und Essensparadies

Wir begeben uns ins gehypte Tulum und werden vom Tourismus und den Preisen überrascht. War irgendwie zu erwarten, doch ist es wirklich so schlimm?

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  • Alex & Fabienne
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Nach Cozumel fuhren wir mit dem Colectivo ins nahegelegene Tulum. Früher ein verschlafenes Fischerdörfchen, später beliebt unter Backpackern und Hippies, ist Tulum längst kein Geheimtipp mehr. Dank Instagram und Co. und seinen traumhaften Stränden ist das Städtchen besonders zur Hauptsaison völlig überlaufen. Die Ausrichtung auf Touristen merkt man besonders in den hippen Restaurants, wo gefühlt alle Englisch sprechen, man immer eine englische Karte bekommt, viele vegane und vegetarische Optionen angeboten werden und die Preise an Schweizer Niveau erinnern.

Wir haben in einem süssen Hostel übernachtet, das einen schönen grünen Innenhof und einen kleinen Pool hat. In unserem Zimmer gab es acht Einzelbetten, die alle über einen Vorhang verfügten. Wir blieben für insgesamt vier Nächte. Die Nächte wurden getrübt von der Klimaanlage, die volle Puste auf unsere Betten blies. Durch den kleinen Spalt über dem Vorhang drang die Eiseskälte bis in den kleinsten Knochen (das wäre der Steigbügel im Ohr) von Fabienne. Die nächsten Nächte war sie aber vorbereitet und schlief im Merinoshirt, langen Leggins und deckte sich zusätzlich mit ihrem Handtuch zu.

Feigensphinx Motte
Feigensphinx Motte

Zu Beginn unseres Aufenthalts war es sehr ruhig und nur wenige Gäste waren zu sehen. Erst am letzten Abend füllte sich unser Zimmer mehr. Besonders überrascht hat uns das Frühstück: Wir konnten jeden Morgen zwischen einer süssen oder salzigen Option oder Früchten auswählen. Süss und salzig wechselte auch jeden Tag. Bei der ersten Dusche wunderten wir uns über das leicht salzige Wasser.

Besuch der Maya Ruinen von Tulum

Am ersten Tag mieteten wir Velos und fuhren zu den Ruinen von Tulum. Diese Maya-Hinterlassenschaften liegen 15-Velo-Minuten entfernt am Meer. Die Aussicht und die kühle Meeresbrise an der Klippe entschädigten uns für die Hitze und die wenigen schattigen Plätze. Alex litt stark unter der stehenden Hitze, denn es war erst ca. 09:45 Uhr als wir auf dem Gelände waren, doch die Sonne gab bereits ihr Bestes. Sprich, ihm schoss der Schweiss nur so aus den Poren und konnte durch die hohe Luftfeuchtigkeit nicht wirklich verdunsten. Zur Vorstellung des Gefühls: Man ist in einem Dampfbad, bestehend aus einer Glaskabine, in welche die Sonne direkt hinein scheint. Entsprechend war auch seine Laune getrübt.

Leguan, der treue Begleiter auf jeder Maya Stätte
Leguan, der treue Begleiter auf jeder Maya Stätte

Weiter ist noch zu erwähnen, dass in diesem Areal keine Plastikflaschen mitgenommen werden dürfen, damit die Strände und der Wald sauber bleibt. Unsere unsere 2x 750ml Wasserflaschen für diese Hitze aber nicht genug. Auch drinnen gab es keinen Nachschub an Wasser. Man hätte wohl für viel Geld (wir haben nicht nach Preisen gefragt), 250ml Dosen mit Wasser kaufen können. Von denen haben wir dann einige am Strand rumliegen gesehen. Sicher besser als Plastik, aber so ganz geht die Logik für uns damit nicht auf.

Leider sind auch in Tulum die meisten Strände nicht mehr öffentlich zugänglich. Wir freuten uns daher umso mehr, dass wir noch vom Gelände der Ruinen aus an den Strand konnten, ohne nochmals zusätzliche Gebühren zahlen zu müssen. Dafür bedrängten uns am Strand angekommen die Tourverkäufer, die uns eine Schnorcheltour oder einen Stuhl unter einem Sonnenschirm andrehen wollten, da Schattenplätze rar waren. Wir wollten uns das Geld sparen und suchten uns dafür ein Plätzchen halb verborgen hinter einem Boot unter einer Palme. Endlich konnten wir uns abkühlen.

Aussicht von unserem kleinen Schattenplätzchen am Playa Santa Fe
Aussicht von unserem kleinen Schattenplätzchen am Playa Santa Fe

Der weisse Sand war unglaublich fein. Leider schwammen ziemlich viele Braunalgen und Seegras im Meer. Beim Wettrennen zur rettenden Abkühlung stolperte Fabienne natürlich und fiel ziemlich gerade auf die Nase. Alex merkte nichts von diesem Drama in seinem Rücken und stürzte sich in die Fluten, ohne eine Blick zurückzuwerfen. Nichts passiert, sie folgte Alex in die Wellen. Das Wasser hatte etwa 30°C, trotzdem war es eine Erlösung, unseren Schweiss gegen Salzwasser zu tauschen. Ob das Meer oder unser Schweiss salziger ist, wissen wir leider auch nicht.

Zum Abendessen gönnten wir uns Tamales, das sind kleine Päckchen aus Bananenblättern, in denen sich ein Mais-Teig mit diversen Füllungen befindet. Die Päckchen werden gedämpft und vor dem Essen ausgepackt. Da fühlt man sich fast als hätte man Geburtstag!

Am Tag darauf legten wir eine Pause ein und schrieben Blogbeiträge. Wir kamen „nur“ aus dem Hostel um chinesische Dumplings um die Mittagszeit und Burger am Abend zu essen.

Cenote Crystal und Escondido

Unseren letzten Tag verbrachten wir wieder auf Drahteseln. Unser Ziel: Die Cenoten Crystal und Escondido. Wir nahmen Tanja aus Frankreich mit, die alleine auf Reisen ist. Nach etwa 20 Minuten und einer Slalomfahrt um tiefe Schlaglöcher kamen wir an. Diese Cenoten wirken eher wie Seen im Wald als wie wassergefüllte Höhlen oder Löcher. Dafür gab es viele kleine Fische, die an unserer Haut knabberten (wir sind anscheinend spannender als die Algen dort).

Ein oder zwei Schildkröten konnten wir auch sehen. Die beiden Cenoten sind unterirdisch miteinander verbunden, denn es hatte bei beiden Taucher, welche schwer ausgerüstet und mit Lampen ab und später wieder auftauchten. Um zur zweiten Cenote zu gelangen, mussten wir den Highway überqueren, was bei all dem Verkehr gar nicht so einfach war. Mit drei Paar Augen haben wir es unversehrt geschafft. Ein Regenguss und ein paar Backflips später, gingen wir wieder zurück ins Hostel und sind da auch trocken angekommen, auch wenn die Wolken noch sehr dunkel waren.

Am Abend assen wir wieder einmal Tacos. Zu Fabiennes Freude fanden wir einen Tacoladen, der komplett vegan war. Saftige Pilzfüllungen und Fleischalternativen die gleich gewürzt sind wie die traditionellen Vorlagen - sehr fein!

Cenote Escondido in Tulum
Cenote Escondido in Tulum

Fazit und nächster Stop in Bacalar

Für Alex‘ Empfinden, war es ein wenig wie Disneyland, alle wollen dir irgendwas andrehen, die Touren und Mietpreise sind hoch (im Verhältnis zu dem was wir bisher auf Yucatán gesehen haben), alles sieht schön gemacht aus, aber paar Querstrassen weiter sieht es halt wie eine normale Stadt aus, wo die Einheimischen ihr Leben leben. Auch, dass der Strand nicht frei zugänglich war (bis auf die 60 Pesos (ca. 3 SFr.)) für das Parkgebiet, in denen auch die Maya Ruinen (nochmals extra 95 Pesos) sind, war eher eine mühsame/nervige Erkenntnis. Die Hotelzone am Strandabschnitt haben wir nicht besucht, denn da gibt‘s wohl nichts, was uns ansprechen würde ausser Hotels und deren Beachclubs.

Da unser Bus erst um 15:00 Uhr weiter nach Bacalar fahren würde, gab es es noch ein paar Anrufe in die Heimat (Fabienne) und Rechercheaufgaben (Alex). In Bacalar angekommen, haben wir realisiert, dass Fabiennes ID als Depot der zweiten Velomiete in Tulum geblieben ist. Wie diese Missgeschick gelöst wird, erzählen wir euch im Beitrag zu Bacalar.

Alex & Fabienne

Von Alex & Fabienne

Seit September 2024 sind wir auf Reisen. Gestartet in Mexiko zielen wir in Richtung Patagonien und kommen unserem Ziel Land um Land näher. Mit diesem Blog halten wir unsere Freunde und Familie zu Hause auf dem Laufenden.

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