lang+lockig

Mit dem Rucksack auf Reise um die Welt

Costa Rica: Nicoya Halbinsel

Wir sichern uns mit Costa Rica das siebte Land auf unserer Reise. Die erste Woche verbringen wir auf der Halbinsel Nicoya, wo wir eine Freundin aus der Schweiz besuchen und die Strände geniessen - Traumsonnenuntergänge inklusive.

Alex & Fabienne avatar
  • Alex & Fabienne
  • 6 min read
Da Montezuma mehr südöstlich ausgerichtet ist, sahen wir schöne Sonnenaufgänge, dafür keine Untergänge.

Grenzübertritt

In San Juan del Sur, unserem letzten Stop in Nicaragua, nahmen wir einen Bus an die Hauptstrasse hoch. Dort trafen wir ein Pärchen aus England, mit denen wir uns ein Taxi zur Grenze teilten, statt unbestimmt lange auf den nächsten Bus zu warten. Nach einigem Schlangestehen, Gebühren bezahlen und erneutem Scannen unseres Gepäcks kamen wir im Niemandsland an. Nach einen kurzen Fussmarsch sahen wir das Grenzgebäude von Costa Rica. Drinnen war es ziemlich heiss, aber wir mussten zum Glück nicht so lange warten wie auf der Seite von Nicaragua. Am Schalter merkten wir, dass wir zwar viele Reiseinformationen heruntergeladen hatten, aber das Ticket für den Bus nach Panama vergessen hatten. Also mussten wir die Leute vorlassen und Alex suchte ausserhalb des Gebäudes nach besserem Empfang. Mit dem heruntergeladenen Busticket kamen wir dann schnell wieder an die Reihe und der sehr nette (vermutlich der freundlichste Grenzbeamte bisher) hiess uns schnell willkommen in Costa Rica.

Liberia

Nach einigem Umherfragen setzten wir uns an den Strassenrand, stärkten uns mit einigen Snacks und warteten auf den Bus nach Liberia. Nach etwas über einer Stunde kam er auch an und wir freuten uns sehr, die engen Chickenbusse hinter uns gelassen zu haben, den es kam ein einfacher Reisebus, nicht speziell, aber genug Platz für Alex’ Beine. Schon bald kamen wir in Liberia an und konnten unser Gepäck im Hostel abladen.

Danach liefen wir mit knurrenden Mägen und noch leeren Portemonnaies durch die Stadt. Nach einigem Suchen fanden wir endlich einen Bankomaten (Banco National), bei dem aber gut 50 - 100 Leute anstanden, wahrscheinlich war Zahltag. So liefen wir zu einem weiteren ATM, welcher uns dann aber zu hohe Gebühren verlangte ($6 pro Bezug). Also sind wir zur dritten Bank (BCR) gelaufen und auch hier standen gut 30 - 40 Leute an. Wir stellten uns dazu und überlegten, wie viel wir brauchen. Endlich dran, hatte der Automat keine US Dollar sondern nur Costa Rican Colones. Also 100'000 abgehoben und gleich nochmals eingereiht, in der Hoffnung an USD zu kommen, da wir unseren Vorrat aufstocken müssen bis Ende Panama. Nach einigen Anläufen wollten wir es noch ein letztes Mal probieren. Und was macht der ATM? Er frisst die Karte direkt nach dem Einschieben. Es war Freitag um 16:05 und die Bank schliesst um 16:00. Wir versuchten trotzdem die Karte noch zu retten, ohne Erfolg. Zuerst meinten die Sicherheitsangestellten, wir sollen am Montag wieder kommen (ha ha ha, wir sind dann bereits 5h von Liberia entfernt) und dann hiess es, dass macht ein anderes Unternehmen. Zum Glück hat Alex noch genügend andere Karten zur Hand und der Verlust ist kein Problem. Wir haben den Blog travel-dealz.de gefunden, welcher die Bezugspreise von ATMs in der ganzen Welt auflistet. So wissen wir direkt im neuen Land, nach welchen Banken/ATMs wir Ausschau halten müssen, um unnötige Gebühren zu vermeiden.

Mit noch mehr Hunger fanden wir zu unserer Überraschung ein Lokal, das Currywurst verkaufte. Satt stolperten wir anschliessend durch einen riesigen Supermarkt und kauften Frühstück und andere Notwendigkeiten ein. Am Abend trafen wir uns mit Jared, den wir auf der Walking Tour in Leon kennengelernt hatten. Er war auch beim Volcano Boarding mit dabei und reiste einige Tage vor uns her. Wir tranken ein paar Bier und unterhielten uns grossartig.

Kurz vor Sonnenuntergang noch ein Schnappschuss in Santa Teresa eingefangen.
Kurz vor Sonnenuntergang noch ein Schnappschuss in Santa Teresa eingefangen.

Santa Teresa

Da wir keine Möglichkeit fanden, mit den öffentlichen Bussen nach Santa Teresa zu kommen, hatten wir wieder einmal einen Shuttle gebucht. Mit einem Umsteigehalt kamen wir am Nachmittag in Santa Teresa an. Alex war vor neun Jahren schon einmal dort in einem Surfcamp. In der Zwischenzeit ist das einst verschlafene Örtchen aber sehr beliebt bei (Surf-)Touristen und extrem gewachsen. Einstige Dreckstrassen sind jetzt geteert, der Verkehr hat stark zugenommen und Restaurants, Surfshops und Bars sind aus dem Boden geschossen. Wir kamen hierher, um Leonie, eine Freundin aus der Schweiz, und ihren Freund zu besuchen. Wir durften zwei Nächte bei ihnen schlafen und konnten so unser Budget etwas entlasten.

Am ersten Abend besuchten wir ein Volksfest in Cóbano. Alex hatte sich den Magen verdorben und es regnete stark, weshalb wir es nicht wirklich geniessen konnten. Wir sahen noch knapp das Ende eines Stierkampfes und tanzten etwas, bevor wir ein Taxi zurück nahmen.

Der Stier nimmt zum letzten Mal Anlauf an diesem Abend und ritzte einem der Typen die Hose auf.
Der Stier nimmt zum letzten Mal Anlauf an diesem Abend und ritzte einem der Typen die Hose auf.

Leider wurde es keine erholsame Nacht. Die Luftmatratze verlor Luft, so dass wir etwa 6 Mal aufstehen mussten, um mehr Luft hineinzupumpen. Am nächsten Tag fanden wir das Loch und klebten es notdürftig zu. Leider war das Klebeband nicht stark genug und löste sich immer wieder. Wir mussten aber nur halb so oft nachpumpen, was die Situation schon einiges verbesserte. Für die dritte bis fünfte Nacht wechselten wir in ein Airbnb. Nicht wegen der löchrigen Luftmatratze sondern weil die Wohnung von Leonie und Jafeth definitiv zu klein ist für vier Personen.

Unsere Tage in Santa Teresa liefen alle etwa gleich ab: wir schliefen meist lang und gingen nach dem Frühstück an den Strand um zu baden und lesen. Einmal standen wir früh auf um am Strand Yoga zu machen, bevor die Sonne zu stark wurde. Während der Mittagshitze verkrochen wir uns in den klimatisierten Zimmern und gingen dann am späteren Nachmittag nochmals ans Meer. Meist bleiben wir bis nach Sonnenuntergang und bewunderten die knalligen Farben am Himmel. Wir sind uns einig, dass wir nicht wieder nach Santa Teresa kommen würden. Das einst verschlafene Örtchen platzt aus allen Nähten und ist sehr überlaufen. Ruhigere Ortschaften mit leeren Stränden gibt es in Costa Rica sicher noch, nur hier nicht mehr.

Jeden Abend zeigte sich ein schönes Farbenspiel am Himmel zum Abschied der Sonne.
Jeden Abend zeigte sich ein schönes Farbenspiel am Himmel zum Abschied der Sonne.

Montezuma

Wir verabschiedeten uns von Leonie und Jafeth und fuhren mit dem Bus nach Cóbano, wo wir umstiegen, um nach Montezuma zu kommen. Dort angekommen holten wir uns Empanadas für den Weg und nahmen die 800 Meter zum Hostel unter die Füsse. Es war heiss, die Rucksäcke wogen schwer. Zum Glück lag unser Hostel auf einem Felsen direkt am Meer. So konnten wir uns schon zwei Minuten nach Ankunft in den Wellen abkühlen.

Aussicht vom Hostel auf den Pazifik
Aussicht vom Hostel auf den Pazifik

Am nächsten Tag füllten wir unsere Wasserflaschen für die Wanderung zu den Wasserfällen. Cass, eine Irin aus unserem Hostel begleitete uns. Da wir kurz vom Weg abkamen, hüpften wir lange im Flussbett von Stein zu Stein. Auch im Schatten des Waldes war es ziemlich warm und wir kühlten uns im Becken des untersten Wasserfalls ab. Später kletterten wir eine steile Felswand mit Seilen zum Festhalten hinauf. Auf dem Weg trafen wir Andrea und Astrid aus Italien, die in Basel wohnen und ebenfalls im gleichen Hostel übernachteten. Mit ihnen erreichten wir schliesslich nach einem ebenso steilen Absteig den zweiten und dritten Wasserfall. Alex erkannte von oben, dass er während seines Surfcamps vor 9 Jahren schon einmal hier war und übte seine Rückwärtssaltos. Wir wollten eigentlich einen anderen Weg zurück nehmen. Dieser hätte aber 4 Dollar pro Person gekostet. Dafür waren wir zu geizig und wir kehrten mit Cass zurück. Andrea und Astrid nahmen die Abkürzung, welche sich als völlig überteuert für nur fünf Minuten Fussweg herausstellte.

Der kleinere Wasserfall von drei am Stück. Hier war Alex bereits mal vor 9 Jahren!
Der kleinere Wasserfall von drei am Stück. Hier war Alex bereits mal vor 9 Jahren!

Wir assen in einem Soda (die Comedors von Costa Rica) ein spätes Mittagessen und freuten uns über den Welpen Bruno, der uns um die Füsse hüpfte. Natürlich hüpften wir beim Hostel nochmals ins Meer, um das Flusswasser auf unserer Haut durch eine Salzkruste zu ersetzten.

Unseren letzten Tag in Montezuma verbrachten wir auf dem Markt, wo wir ein paar Souvenirs und Ciabatta kauften. Noch vor dem Mittag gönnten wir uns ein Glacé in der Gelateria. Den Nachmittag verbrachten wir mit Baden, Lesen und Recherchieren.

Der kleinere von zwei Stränden direkt beim Hostel. Durch Felsen, stiegen die Wellen noch mehr an und man konnte gut darin spielen und sich hin & her treiben lassen.
Der kleinere von zwei Stränden direkt beim Hostel. Durch Felsen, stiegen die Wellen noch mehr an und man konnte gut darin spielen und sich hin & her treiben lassen.

Unser nächster Halt wird nur kurz sein: In Alajuela holen wir unser Mietauto ab und machen uns auf einen zweiwöchigen Roadtrip durch Costa Rica. In Montezuma haben wir unser Auto vermutlich bereits gesehen, ein schnelles Foto als Erinnerung musste her. Ob es wirklich stimmt, seht ihr im nächsten Post! Seid gespannt!

Was verbirgt sich den hier?
Wird das unser Mietauto sein?
Wird das unser Mietauto sein?
Alex & Fabienne

Von Alex & Fabienne

Seit September 2024 sind wir auf Reisen. Gestartet in Mexiko zielen wir in Richtung Patagonien und kommen unserem Ziel Land um Land näher. Mit diesem Blog halten wir unsere Freunde und Familie zu Hause auf dem Laufenden.

Für dich empfohlen

Bocas Del Toro: Strandparadies der Karibik

Bocas Del Toro: Strandparadies der Karibik

Unser erster Halt in Panama führt uns auf die Inselgruppe Bocas del Toro. Hier verbringen wir wegen Krankheit wieder einmal ein paar Tage im Zimmer. Alex taucht zum ersten Mal ohne Fabienne und wir erkunden verschiedene mehr oder weniger abgelegene Strände wie aus der Reisebroschüre

Costa Rica: Roadtrip!

Costa Rica: Roadtrip!

Nach einer Pause sind wir mit einem Riesenbeitrag zurück! Mit 4x4, Dachzelt und Campingausrüstung bewaffnet machen wir zwei Wochen lang Costa Rica unsicher. Eiskalte Wasserfälle, magische Nebelwälder, heisse Quellen, Traumstrände und Wildtiere beherrschen unseren Alltag. Nicht jede Nacht ist erholsam, wir fluchen über den Wind und die Hitze aber haben trotzdem immer wieder Kneif-Mich-Momente im Pura Vida Land!