El Tunco: Strandleben an der Pazifikküste von El Salvador
Wir geniessen das heisse Wetter an der Pazifikküste von El Salvador. Schwarze Strände verzaubern uns mit prächtigen Sonnenuntergängen und wir wagen uns seit Mexiko wieder einmal auf ein Surfboard.

- Alex & Fabienne
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Die nächste Grenze wartet
Der Grenzübertritt nach El Salvador war einer der einfachsten bisher. Am Schalter der Seite von Honduras mussten wir nur einige wenige Minuten warten, erhielten den Stempel und schon fuhren wir weiter. El Salvador wartete mit einem Butler-Service par excellence auf: Wir mussten nicht einmal aus dem Bus aussteigen. Ein Angestellter grinste uns durch die offene Tür entgegen, kontrollierte unsere Personalien mit der Liste, die das Busunternehmen vorbereitet hatte, nahm unsere Pässe mit und brachte sie kurz darauf gestempelt wieder zurück. Bienvenido en El Salvador!
Von der höchsten Mordrate zum aufstrebenden Touristen-Magneten
Während dem Bürgerkrieg 1980 bis 1992 starben über 75'000 Menschen. Die USA schafften daraufhin tausende illegale Migranten aus. Diese Menschen brachten die gewalttätige Strassenkultur und Hass aus Kalifornien mit. Die zwei wichtigsten Gangs MS-13 und Barrio 18 hielten das Land lange fest im Griff. Mord, Raubüberfälle und erpresste “Schutzzahlungen” lagen an der Tagesordnung. Die Menschen waren nicht einmal in ihren eigenen vier Wänden sicher. Die Reichen versteckten sich hinter hohen Zäunen, Stacheldraht und schwer bewaffneten Sicherheitskräften.
Der ehemalige Bürgermeister von San Salvador, Nayib Bukele, wurde zum Präsidenten gewählt, nachdem er schon die Hauptstadt San Salvador “aufgeräumt” hatte. Sein versprechen war, hart gegen die Bandenkriminalität vorzugehen. Und das tat er auch: 82'000 Menschen, die mit den Gangs in Verbindung standen, wurden festgenommen und in neu gebaute Gefängnisse gesteckt. Die Mordrate sank von 105 Morden pro 100'000 Einwohner in 2015 auf 4.9 in 2023. Dieses harte Vorgehen wird aus menschenrechtlicher Sicht immer wieder kritisiert und die Bilder der Gefangenen, die dicht hintereinander auf dem Boden sitzen, gingen um die Welt.
Mittlerweile gilt El Salvador als relativ sicher und immer mehr Touristen besuchen das kleinste Land in Zentralamerika. Der offizielle Slogan “Don’t skip El Salvador” soll alle ermuntern, dem Land eine Chance zu geben. Wir freuen uns darauf!
Jahreswechsel im Trägershirt
Da wir nur zu sechst im Bus sassen und der Fahrer sowieso weiter nach El Zonte musste, nahm er uns sogar bis an unser Ziel weiter mit. Wir hatten ein Airbnb gebucht und erst bei der Ankunft bemerkt, dass es in einer Art gated community liegt. Jeannifer begrüsste uns herzlich und wir lernten schnell ihre drei Hunde kennen. Zwar gab es in dieser Nachbarschaft nur ein Hotel mit sehr teurem Restaurant und einen winzigen Laden (den wir aber nicht gefunden haben), aber dafür war es bis auf das Bellen der Hunde sehr ruhig. Im Zimmer neben uns war eine belgische Familie mit ihren Kindern. Dieter und Sophie haben eine Surfschule in Belgien und verbringen zwei Monate mit ihren kleinen Kindern in El Salvador.
Dieter fuhr am Nachmittag noch mit dem Mietauto zum Surfen und nahm uns nach El Zonte mit. Dort assen wir völlig ausgehungert eine Pizza. Da es in Europa bereits Mitternacht war, wünschten wir unseren Familien ein frohes neues Jahr. Am Meer schauten wir den Surfern etwas zu, bevor wir ein paar Zutaten für das Abendessen einkauften. Weil wir noch keine SIM-Karte und somit kein mobiles Internet hatten und weit und breit kein Bus zu sehen war, fuhren wir per Autostopp mit einem Paar aus Guatemala mit. Wir freuten uns, dass wir eine einfache Unterhaltung auf Spanisch mit den beiden führen konnten (und gratis nach Hause kamen).
Nach dem Abendessen sassen wir noch lange mit Dieter uns Sophie am Tisch, tranken Bier und tauschten Reisegeschichten aus. Um Mitternacht stiessen wir auf das neue Jahr an und schauten den wenigen Feuerwerken zu. Die beiden freuten sich, wieder einmal mit Europäern (und Erwachsenen) ein Gespräch führen zu können.
Entspannte Tage am Meer
Die nächsten Tage verbrachten wir mit viel Faulenzen: Wir lagen in der Hängematte, kühlten uns im Pool ab, schrieben Texte und schauten unsere neue Lieblingsserie Outlander. Am Meer gab es Salzwasserpools vom Hotel, in die während der Flut die Wellen hineinschwappten. Oft klatschten sie mit viel Wucht an die Mauern und das Wasser spülte uns davon. Wir und viele andere Besucher hatten dabei sehr viel Spass. Danach spielten wir noch in den Wellen am schwarzen Sandstrand.
Jeannifer brachte uns einmal Pupusas, das Nationalgericht von El Salvador mit. Diese Fladen aus einem Reisteig werden sehr unterschiedlich gefüllt, angebraten und überall günstig verkauft. Sie werden zu jeder Tageszeit als Snack oder Hauptmahlzeit gegessen und oft mit eingelegtem Kohl und Tomatensauce serviert. Ach ja, köstlich schmecken sie natürlich auch!
Surfcity El Tunco
Nach drei Nächten wechselten wir ins grössere und bekanntere El Tunco. Die Surf City hat uns sofort gefallen, auch wenn es dort schon ziemlich touristisch zu und her geht. Wir buchten zwei Surfstunden und konnten uns noch am gleichen Tag in die Wellen stürzen. Danach spazierten wir durch das Städtchen und ruhten uns aus. Jeden Abend sassen wir zum Sonnenuntergang am Strand und bestaunten den Himmel.
An unserem letzten Tag lernten wir in der Unterkunft den Bündner Sascha kennen. Während wir mit ihm plauderten, begann das Haus zu zittern. Das Geschirr klirrte und wir sahen uns erschrocken an. Die Notfall-Push-Benachrichtigung auf unseren Handys bestätigte es: Erdbeben. Und mit der Stärke von 6.2 ein ziemlich grosses, mehr Details findet ihr auf Vulcano Discovery. Wir bemerkten aber nirgends irgendwelche Schäden und entschieden uns für einen Ausflug in die nächste Stadt La Libertad.
Mit dem Bus kamen wir schnell und günstig am Pier an. Dort schlenderten wir durch den Fischmarkt und Alex und Sascha gönnten sich ein Duzend Muscheln. Danach stillten wir unseren Hunger mit leckeren Pupusas und kühlten uns mit einem Glacé ab. Nach einem kurzen Halt bei einem Aussichtspunkt, wo Fische getrocknet wurden, nahmen wir den Bus zurück. Sascha zeigte uns einen Strand, den wir noch nicht kannten. Dort tranken wir Bier, spazierten in Felshöhlen und vergnügten uns in den Wellen. Zum Abschluss unserer Zeit am Meer wurden wir mit einem perfekten Sonnenuntergang belohnt.
Als nächstes geht es für uns in die Hauptstadt San Salvador.
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