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Mit dem Rucksack auf Reise um die Welt

San Salvador: Ehemalige Mordhauptstadt der Welt aus Touristensicht

Vom Strand in die Grossstadt. Wir machen einen Abstecher in die Hauptstadt El Salvadors und einen Ausflug nach Sochitoto.

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  • Alex & Fabienne
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Ungewohnt offen präsentiert sich diese Strasse, denn all die vielen Leitungen wurden in den Boden verlegt. In den angrenzenden Strassen sind diese wieder wie gewohnt wieder im Blickfeld.

Willkommen in San Salvador

Mit dem Bus fahren wir direkt von El Tunco nach San Salvador. Unser Hostel liegt neben dem berüchtigten Parque Cuscatlán, der einst von Banden, Drogenabhängigen und Prostituierten bevölkert wurde und nun hübsch hergemacht ein Erholungsraum für die Stadt ist.

Neugieriges Eichhörnchen kommt uns sehr nah während wir unser Frühstück im Park essen.
Neugieriges Eichhörnchen kommt uns sehr nah während wir unser Frühstück im Park essen.

Wir buchen noch für den gleichen Nachmittag eine Free Walking Tour. David ist in der Stadt aufgewachsen und absolut Fan von Präsident Bukele (mehr über Bukele findet ihr im El Tunco Post). Er berichtete, unter welcher Angst die Bevölkerung während der Bandenkriege lebte. Bei Lohneingang sei David in ein Einkaufszentrum gegangen, um sein Geld abzuheben, welches er dann für den Heimweg in seinen Schuhen versteckte. Die Busse wurden damals regelmässig überfallen und Busfahrer umgebracht, die sich wehrten. David traf seine Freunde und Familie meist in Einkaufszentren, weil sie die einzigen sicheren Orte waren.

Diese beiden Kirchentürme sind aus Metall aus Belgien gefertigt, welches eigentlich für Salvador de Bahía, Brasilien, bestimmt war aber am falschen Ort gelandet war.
Diese beiden Kirchentürme sind aus Metall aus Belgien gefertigt, welches eigentlich für Salvador de Bahía, Brasilien, bestimmt war aber am falschen Ort gelandet war.

Er sprach immer wieder davon, dass die Einwohnerinnen und Einwohner Gefangene in ihrem eigenen Land waren, weil einige wenige (die Gangs) alle terrorisierten. Seit Bukele als Bürgermeister von San Salvador und später als Präsident des Landes hart gegen die Bandenkriminalität und Korruption vorgegangen sei, gehe es dem Land viel besser. Er zeigte uns die neuen Fussgängerzonen, den neuen Markt, den Präsidentenpalast, den neuen Park des Friedens und die gigantische Bibliothek (gespendet von China, mit 24-Stunden-Betrieb und kostenlosen Videospielen, Büchern und Computern).

Die neue Bibliothek: bei Eröffnung gab es eine riesige Warteschlange, da der Lockruf der Videospiele sehr stark war, jedoch mussten die Kids zuerst einige Zeit ein Buch lesen, bevor sie spielen durften.
Die neue Bibliothek: bei Eröffnung gab es eine riesige Warteschlange, da der Lockruf der Videospiele sehr stark war, jedoch mussten die Kids zuerst einige Zeit ein Buch lesen, bevor sie spielen durften.

Für unseren Geschmack berichtete er etwas zu euphorisch und unkritisch von all den neuen Errungenschaften durch Bukele. Es war aber trotzdem eine sehr spannende Führung und wir konnten uns gut vorstellen, welche Verbesserung der Lebensqualität für den Durchschnittsbürger entstanden ist. Gerade am Abend wo es dunkel wurde, waren noch viele Leute auf dem Hauptplatz unterwegs und es wirkte alles sehr belebt und sicher.

Am Abend assen wir mit zwei Walisern, die auch an der Walking Tour teilgenommen hatten, eine Ladung Pupusas. Danach schauten wir uns noch die riesige Bibliothek von innen an und genossen die Aussicht von der Dachterrasse.

Aussicht von der Bibliothek auf den Plaza Gerardo Barrios mit der Metropolitana Kathedrale hinten und dem Nationalpalast links.
Aussicht von der Bibliothek auf den Plaza Gerardo Barrios mit der Metropolitana Kathedrale hinten und dem Nationalpalast links.

Ausflug nach Suchitoto

Um wieder einmal eine Kolonialstadt zu sehen, beschlossen wir, nach Suchitoto zu fahren. Mit einem Microbus fuhren wir los. Irgendwann drehte sich der Chauffeur um, und wollte wissen, wohin wir fahren wollten. Er sagte uns dann, dass wir bei der letzten Haltestelle hätten umsteigen müssen und liess uns am Strassenrand ausssteigen. Zum Glück waren wir nicht weit vom grossen Busterminal entfernt und kamen schnell dort an. Kaum hatten wir den richtigen Bus gefunden, fuhr er auch schon los. Er kämpfte sich im Schneckentempo durch die Agglomeration und erreichte schliesslich nach fast 2h Reisezeit Suchitoto. Das kleine Städtchen liegt im Norden von San Salvador und wir fanden schnell einen Aussichtspunkt mit fabelhafter Sicht auf den Stausee.

Aussicht am Ende vom Dorf auf den Stausee, der nicht wie für die Schweiz üblich, in einem Gebirgstal liegt.
Aussicht am Ende vom Dorf auf den Stausee, der nicht wie für die Schweiz üblich, in einem Gebirgstal liegt.

Danach besuchten wir ein kleines Museum, spazierten durch Suchitoto und assen in einem Café zu Mittag. Weil die Anreise fast doppelt so lange gedauert hatte, wie erwartet machten wir uns schon bald wieder auf den Rückweg. Wir wollten vermeiden, im Dunkeln beim Busterminal anzukommen. Auch die Rückfahrt wurde immer wieder von Strassenhändlern unterbrochen, die durch den Bus liefen und Früchte, Süssigkeiten oder Getränke verkauften. Wir fühlten uns an die Chickenbusse in Guatemala erinnert, wo immer wieder Prediger zustiegen und über die Wichtigkeit der Rückkehr zu Gott sprachen.

Wo wächst was im Lande, war eine der viele Angaben des kleinen Museums.
Wo wächst was im Lande, war eine der viele Angaben des kleinen Museums.

Für das Abendessen liessen wir uns von einem Uber nach Downtown San Salvador fahren. In diesem Viertel warteten Hochhäuser, schicke Restaurants und teure Autos auf uns. Wir genossen das leckere vegetarische Essen und fielen müde von der langen Busfahrt ins Bett.

Am nächsten Tag ging es für uns schon wieder weiter nach Santa Ana. Was wir in der zweitgrössten Stadt El Salvadors unternehmen werden, könnt ihr schon bald hier lesen. Und wer noch mehr über die Gangprobleme von San und El Salvador wissen möchte, kann gerne die verlinkte Vice Doku (Youtube) schauen.

Der wohl grösste Fake Christbaum den wir bisher gesehen haben.
Der wohl grösste Fake Christbaum den wir bisher gesehen haben.

Alex & Fabienne

Von Alex & Fabienne

Seit September 2024 sind wir auf Reisen. Gestartet in Mexiko zielen wir in Richtung Patagonien und kommen unserem Ziel Land um Land näher. Mit diesem Blog halten wir unsere Freunde und Familie zu Hause auf dem Laufenden.

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