Santa Ana: Vulkanwanderung, Pupusas und Cafés
Wir verbringen drei Tage in Santa Ana, der zweitgrössten Stadt El Salvadors. Dort machen wir unsere zweite Vulkanwanderung, probieren uns durch alle Sorten Pupusas und verbringen viel Zeit in verschiedenen Cafés.

- Alex & Fabienne
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Willkommen in Santa Ana
Mit dem Bus (ausnahmsweise kein ausrangierter Schulbus aus den USA) fahren wir direkt von San Salvador nach Santa Ana. Die knappen 1h verging wie im Flug und wir näherten uns dem Zentrum. Doch der Bus bog links ab und fuhr immer weiter an den Rand der Stadt, vorbei am Busterminal. Wir entschieden uns dann recht schnell, direkt auszusteigen und vom Strassenrand ein Uber zum mittlerweile ziemlich weit entfernten Hostel zu nehmen.
Dort angekommen kam zum Glück gerade ein anderer Gast des Hotels zurück und liess uns hinein. Die Rezeption war verlassen, aber wir wussten, dass wegen einer Tour keine Angestellten im Hostel sein würden. Zum Glück konnten wir die Toiletten benutzen und so warteten wir eine Stunde, bis jemand kam und uns die Schlüssel übergab und das Zimmer zeigte. Danach spazierten wir zum Hauptplatz, beobachteten das Treiben und schauten uns die beeindruckende Kathedrale an, welche das einzige gotische Gebäude in ganz Zentralamerika ist. Am Abend assen wir in einer kleinen Pupuseria und probierten endlich die Loroco-Füllung, das ist eine essbare Blume aus El Salvador. Unser Befund: schmeckt!
Free Walking Tour
Am nächsten Morgen zeigte uns Fatima im Rahmen einer Free Walking Tour ihre Heimatstadt. Im Vergleich zu David in San Salvador ging sie viel weniger auf die gewalttätige Vergangenheit des Landes ein, sondern konzentrierte sich mehr auf die Gebäude. In der Kathedrale zeigte sie uns verschiedene Heilige und ihre Funktionen. Man merkte, dass sie sehr katholisch aufgewachsen war. Für drei Dollar konnten wir dann auf das Dach der Kathedrale steigen und die Aussicht über die Stadt geniessen.
Danach führte sie uns am Rathaus vorbei, zeigte uns ein verlassenes Kino, das unter Bukele wieder eröffnet werden soll und berichtete vom Brand, der den Markt vor einigen Jahren vollständig zerstörte. Wir spazierten durch den improvisierten Ersatzmarkt in einem Park, und waren beeindruckt von den selbst gebauten Marktständen. Fatima zeigte uns auch das einst prachtvolle und mittlerweile baufällige Haus eines ehemaligen Präsidenten. Wir kamen an einem Pornokino vorbei, dass während des Bürgerkriegs rege genutzt wurde und später zu einer Kirche umfunktioniert wurde (die aber komischerweise niemand besuchen wollte). Wir durften einen Blick in das Kunst- und Kulturzentrum werfen, das Musikräume, einen Malraum und eine Bibliothek mit kostenlosen Kursen hat. In der Bibliothek wurden auch uralte Zeitungen der Stadt archiviert. Wir wunderten uns, dass sie einfach offen auf Regalen lagen und von allen einfach angeschaut werden konnten. Entsprechend schlecht war auch ihr Zustand… Zum Schluss erzählte Fatima uns noch etwas über das renovierte Theater. Leider fanden zur Zeit unseres Besuchs in Santa Ana keine Aufführungen statt, was wir sehr schade fanden!
Am Nachmittag suchten wir uns ein Café mit Klimaanlage, wo wir an unseren Blogbeiträgen arbeiteten. Zum Abendessen kehrten wir wieder in die gleiche Pupuseria zurück: Das Essen ist gut und günstig, das Lokal charmant und zu Fuss 5 min von unserer Unterkunft entfernt.
Vulkan Nr. 2
Unser Highlight folgte am zweiten Tag. Wir standen früh auf, um mit dem Bus zum Cerro Verde Nationalpark zu fahren. Nach zwei Stunden rief der Busfahrer: “Volcán!” und der Bus entleerte eine Horde mehrheitlich weisser Touristen am Strassenrand. Da man den Vulkan Santa Ana nicht ohne Guide besteigen darf, schlossen wir uns der öffentlichen Wanderung an. Völlig unerwartet trafen wir Dieter und Sophie, mit denen wir Silvester in El Tunco gefeiert hatten. Sie waren mit ihren Kinder auf einer anderen Route unterwegs und zufälligerweise gleichzeitig mit einer anderen Gruppe unterwegs. Nach einer kurzen Unterhaltung ging es dann schon in Einerkolonne den Berg hoch. Der Weg schlängelte sich durch den Wald und wir freuten uns sehr über den Schatten, da es langsam heiss wurde. Der Wald wurde lichter und wir sahen auf den anderen Vulkan, den Volcan Izalco.
Der Untergrund wurde steiniger und wir liessen den kühlen Schatten hinter uns. Im Vergleich zur Wanderung auf den Acatenango waren wir sehr gemütlich unterwegs. Der Weg war viel weniger steil, wir wanderten in weniger grossen Höhe und schleppten einiges weniger Gepäck mit. So kamen wir schon nach etwa 1.5h am Kraterrand an. Zu unserer Freude verkauften zwei Einheimische Glacé aus einer Kühlbox und wir erfrischten uns. Das besondere am Santa Ana Vulkan ist, dass er einen tiefen Krater mit einem leuchtend türkisen See hat. In der Luft hang der Geruch nach Schwefel und wir waren völlig fasziniert von der Aussicht.
Leider durften wir nur eine halbe Stunde bleiben, was uns kaum Zeit liess, unsere Mägen mit ein paar Snacks zu beruhigen und Fotos zu schiessen. Zum Glück durften wir den Rückweg in unserem eigenen Tempo machen und wir konnten einige unsichere Wanderer überholen. Gegen Schluss stiegen wir noch auf einen Aussichtsturm, an dem wir auf dem Hinweg vorbeigelaufen waren. Unten angekommen warteten wir auf den Bus, der uns in 1.5h zurück nach Santa Ana brachte - dieses Mal musste er auch nicht im Schneckentempo den Berg hinaufkriechen.
Zurück in der Stadt setzten wir uns in eine Bäckerei, wo wir Sandwiches und Crêpes assen, und uns zur Belohnung Cheesecake gönnten. An diesem Tag freuten wir uns, dass die Dusche nur kaltes Wasser hergab. Erfrischt ruhten wir uns im Hostel aus. Zum Abendessen gab es - wer errät es? - Pupusas.
Badi oder Arbeit?
Wir genossen es, wieder einmal ohne Wecker auszuschlafen und telefonierten beide noch mit unseren Schwestern. Ursprünglich hatten wir geplant, den See Coatepeque zu besuchen. Wir merkten aber, dass es keinen öffentlichen Seezugang gab. Wir hatten keine Lust, einen Tagespass für ein Hostel oder Restaurant zu kaufen, und entschieden uns, in der Stadt zu bleiben. Da es ein ziemlich heisser Tag war, setzten wir uns in ein Café um noch etwas zu arbeiten. Wir bestellten Toasts, die mit unglaublich leckerem Brot gemacht wurden. Alex trank eine Horchata und Fabienne eine köstliche kalte Schokolade. Die Zeit verging wie im Flug und plötzlich war es dunkel. Unsere Badesachen in der Tasche blieben so ungenutzt. Wir hatten eigentlich geplant, am Nachmittag noch einen öffentlichen Pool zu besuchen, um uns abzukühlen.
Wir spazierten die 20 Minuten zurück, schauten uns noch ein paar Stände mit selbstgemachten Dingen am Hauptplatz an und kehrten ins Hostel zurück. Weil wir erst ziemlich spät gegessen hatten, gab es keine Pupusas mehr. Die ersten drei Nächte waren wir alleine in unserem Zimmer und für die letzte Nacht wurden die freien Betten von zwei Schweizern belegt. Wir tauschten noch ein paar Reisetipps aus, bevor wir uns ins Bett kuschelten.
Unser nächster Halt wird Juayúa an der Ruta de las Flores sein. Dort findet ein grosses Fest statt, um das herum wir unsere gesamte Route in El Salvador geplant haben. Was ein schwarzer Jesus mit Foodfestival und Feuerwerks-Stieren zu tun hat, erfahrt ihr im nächsten Post.