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Mit dem Rucksack auf Reise um die Welt

Raja Ampat: Das Unterwasser-Paradies

Eine weite Anreise verspricht spektakuläre Tauchgänge im artenreichsten Riffsystem der Welt. Wir werden Advanced Open Water Divers und können nun tiefer und besser tauchen als zuvor. Wir verdoppeln unsere Dive Logs im Nu und haben zu viele Fotos für diesen Post!

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  • Alex & Fabienne
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Eine Schildkröte (Green Turtle) schwebt über uns hinweg

Anreise

Nachdem Fabienne im Flugzeug das Kopfteil versehentlich abgerissen hatte und wir wegen der Kälte nur wenig Schlaf gefunden hatten, landeten wir frühmorgens in Sorong, der grössten Stadt in West-Papua, weit im Osten von Indonesien. Eine Horde Taxifahrer kämpfte beim Ausgang um die Ehre, uns zum Fährhafen fahren zu dürfen. Bei der Einfahrt zum Hafenparkplatz hatte es ein paar komische Gestalten. Zuerst hat unser Taxifahrer denen ein paar Rupien bezahlt. Danach musterte er uns auf der Rückbank, da das Fenster offen war. Nach kurzem üblegen, sagte er “100'000 Rupiahs” (ca. 4.40 CHF). Da mehr als eine Zahl nicht kam, waren wir uns zuerst unsicher, was das nun genau soll. Wir waren müde und Zeit hatten wir genügend, so haben wir das einfach ignoriert. Nach ca. zwei Minuten liess er es sein und das Taxi fuhr weiter. Es war ein mulmiges Gefühl bei der Sache, da uns der Taxifahrer (bewusst?) nicht vorgewarnt hatte. Der Ticketschalter war noch nicht geöffnet, und wir vertraten uns die Beine und tauschten uns mit anderen Touristen aus. Wir gönnten uns ein VIP-Ticket mit bequemeren Sitzen in einem klimatisierten Bereich und schliefen während der zweistündigen Überfahrt nach Waisai. Dort angekommen zahlten wir die Gebühr für den Nationalpark (die Marine Park Gebühr hatten wir schon online beglichen) und wurden von unserem Homestay abgeholt. In einem kleinen Boot fuhren wir ca. 45 Minuten der Küste entlang, wobei wir die Aussicht auf versteckte Strände und üppig grün bewachsene Hügel der Insel Gam genossen.

Ankunft bei unserem Homestay. Die linke mit dem spitzigen Dach war unser Zuhause für die ersten 1.5 Wochen.
Ankunft bei unserem Homestay. Die linke mit dem spitzigen Dach war unser Zuhause für die ersten 1.5 Wochen.

Im Paradies

Unser Homestay lag in einer kleinen Bucht, eingequetscht zwischen Strand und Dschungel. Wir waren über eine Woche lang die einzigen Gäste und genossen die Ruhe sehr! Unsere Hütte war sehr einfach eingerichtet mit einem Doppelbett mit Mückennetz und einem Tisch. Wir verbrachten aber am meisten Zeit auf der Terrasse mit Meerblick in den beiden Hängematten. Das Bad war einige Schritte entfernt und ziemlich mit Moos überwachsen. Die Toilette spülte man mit einer Schöpfkelle und die Dusche bestand aus einem Rohr. Den fehlenden Komfort machte die magische Unterwasserwelt hier aber mehr als wett!

Unsere Aussicht von unseren Hängematten auf der Terrasse.
Unsere Aussicht von unseren Hängematten auf der Terrasse.

Holpriger Start

Über einen Pfad durch den Dschungel und über einen kleinen Hügel kamen wir an mehreren Homestays vorbei, bevor wir unsere Tauchschule, Tarzan Diving, erreichten. Dort reaktivierten wir unser eingerostetes Tauchwissen in einem Auffrischungskurs bei Sophie und wurden prompt darauf krank.

Fabienne hatte ein komisches Gefühl in den Ohren aber zum Glück nicht schmerzhaft. Um schlimmeres zu verhindern kamen die Ohrentropfen bereits zum Einsatz, die wir vom Arzt mitgenommen haben. Alex hat wiedermal den Durchfall erwischt. Wir erinnern uns, dass war ja bereits in La Paz der Fall. Um das ganze schnell zu stoppen, kamen wie immer die Kohlentabletten zum Einsatz. Nur, da wir unsere Vorräte vor Abreise wieder gefüllt haben, sind es nun, anstelle der Kapseltabletten, gepresste Tabletten geworden. Die Anleitung haben wir natürlich nicht eingepackt. Maximal darf man vier Stück auf einmal nehmen. So hat sich Alex, wie gewohnt mit den Kapseltabletten, mit etwas Wasser Vier davon eingeworfen. So etwa drei, vier Stunden später, gerade so während dem Mittagessen kamen Magenkrämpfe hinzu. Da stimmt etwas nicht und so begab er sich in Richtung Toilette, gute 40m entfernt, wo das Drama seinen Lauf nahm. Es war so laut, dass es alle in der Bucht hörten. Die Erlösung war unbeschreiblich und Alex schien wieder am Leben teilnehmen zu können. Später am Tag fand dann Fabienne heraus, dass Alex die Tabletten direkt geschluckt hatte, anstatt diese zuerst in Wasser aufzulösen und zu trinken. Tags darauf ging es uns beiden besser, aber wir nutzten die ursprünglich geplanten Puffertage auch gleich, um 100% fit fürs Tauchen zu werden, so konnten wir uns ohne schlechtes Gewissen in der Hängematte erholen.

Zweiter Anlauf

Die Tauchschule und paar Homestays direkt daneben.
Die Tauchschule und paar Homestays direkt daneben.

Voller Elan starteten wir nach drei entspannten Tagen in den Advanced Open Water Kurs. Dabei verbesserten wir unsere Tarierfähigkeiten/Buoyancy, tauchten tiefer als je zuvor (bis max. 30 Meter), kämpften gegen Wellen und Strömungen, übten uns im Kompasslesen unter Wasser und wagten uns sogar bei Nacht ins Meer (wo wir mit Biolumineszenz Plankton und Korallen spielen konnten!). Wir hatten auch einige Fun-Dives gebucht und genossen es, uns unbekannte Tiere zu entdecken und die Korallenvielfalt zu bestaunen. Wir machten spontan noch zwei Kurse zu Tauchcomputern und Korallenidentifikation. Zufälligerweise machte Nina, eine englische Meeresbiologin, in der Tauchschule die Ausbildung zum Divemaster. Nina teilte ihr Wissen über Korallen mit viel Begeisterung mit uns. Morgens ging es immer früh los, wir hatten meist zwei Tauchgänge pro Tag. Nachmittags lagen wir meist lesend oder schlafend in der Hängematte, abends spielten wir Frantic und fielen meist früh und todmüde ins Bett. Einmal machten wir einen Ausflug zur Insel Batanta, wo wir zu einem im zweiten Weltkrieg abgestürztes Kampfflugzeug, einer Republic P-47 Thunderbolt der USA, tauchten.

Es gab nicht immer gutes Wetter, oft war es bewölkt oder es gab mal kurz einen kalten Regenguss.
Es gab nicht immer gutes Wetter, oft war es bewölkt oder es gab mal kurz einen kalten Regenguss.

Kri

Wir wechselten nach 1.5 Wochen die Insel und kamen auf der Insel Kri direkt neben einer Tauchschule unter. Nachdem uns die Katze schon am ersten Tag einen Mauskopf unter dem Bett hinterliess, wechselten wir die Hütte, wo es sogar einen Liegestuhl auf der Terrasse gab. In diesem Dorf war etwas mehr los, die Tauchschule war grösser und wir waren auch nicht die einzigen Gäste im Homestay. Hier tauchten wir jeden Tag: wir machten einen Ganztagesausflug nach Piaynemo, den bekannten Kalkfelsen die bei der Google-Suche “Raja Ampat” erscheinen. Die Fahrt war wegen des Windes sehr holprig und es begann sogar zu regnen. Wir wurden aber belohnt: ein Manta schwamm an uns vorbei, obwohl die Saison vorüber war und wir konnten uns an den unzähligen Korallen, die wie in Wäldern wuchsen kaum satt sehen.

Das Geo-Reservat Piaynemo von seiner bekannten Seite.
Das Geo-Reservat Piaynemo von seiner bekannten Seite.

An einem Nachmittag machten wir einen Sonnenuntergangs-Tauchgang um Mandarinenfische zu suchen, welche winzig und wunderschön sind! Als Abschluss unserer Zeit in Raja Ampat halfen wir bei einer Riff-Restaurierung. Dazu sammelten wir abgebrochene Korallen, schnitten tote/kranke Teile ab und befestigten sie schlussendlich mit Kabelbindern an einem Metallgitter. Mit der Zeit werden sie die Kabelbinder und das gesamte Gitter überwachsen und das Riff vergrössern.

Der Ausblick bei Nacht in unserem Homestay auf Kri.
Der Ausblick bei Nacht in unserem Homestay auf Kri.

Das Essen in den Homestays war erstaunlich gut, auch wenn wir nach 2.5 Wochen mit zweimal täglich Reis eine Auszeit davon brauchen werden. Nachdem wir mit dem Schnellboot der Tauchschule zurück nach Sorong gefahren waren, gönnten wir uns deshalb direkt eine Pizza. Nach einer Nacht im Hotel stiegen wir in den Flieger nach Manado, Sulawesi.

Und der Blick in die andere Richtung. Der Vorteil auf Kri ist, man hat einen super schönen Sonnenuntergang, sofern man auf der richtigen Seite steht.
Und der Blick in die andere Richtung. Der Vorteil auf Kri ist, man hat einen super schönen Sonnenuntergang, sofern man auf der richtigen Seite steht.

Die Unterwasserwelt

Da wir eine GoPro dabei hatten, ist hier eine kleine Auswahl an Fotos von uns zu finden. Wir sind keine Profis und dank dem fixen Fokus der GoPro ist nicht immer alles so scharf, besonders im Makro Bereich.

Nemos, also eigentlich Clownfische, sind fast bei jedem Tauchgang zu sehen gewesen.
Nemos, also eigentlich Clownfische, sind fast bei jedem Tauchgang zu sehen gewesen.

Einer von vielen verschiedenen Nudibranches, die wir gesehen haben.
Einer von vielen verschiedenen Nudibranches, die wir gesehen haben.

Auch ein Wobagong oder besser bekannt als Teppichai, haben wir immer mal wieder gesehen. Einmal direkt am Hausriff zwischen Steg und Boot.
Auch ein Wobagong oder besser bekannt als Teppichai, haben wir immer mal wieder gesehen. Einmal direkt am Hausriff zwischen Steg und Boot.

Zwei Morish Idols am fressen.
Zwei Morish Idols am fressen.

Die riesigen Augen sehen alles und immer in der Gruppe am chillen.
Die riesigen Augen sehen alles und immer in der Gruppe am chillen.

Im letzten Tauchgang in Raja Ampat haben wir das erste Mal ein Octopus gesehen. Erkennt ihr ihn auf dem Bild?
Im letzten Tauchgang in Raja Ampat haben wir das erste Mal ein Octopus gesehen. Erkennt ihr ihn auf dem Bild?

Ein Bumphead Parrotfish liess sich auch mal blicken, viel grösseres sahen wir selten, nebst den Riffhaien.
Ein Bumphead Parrotfish liess sich auch mal blicken, viel grösseres sahen wir selten, nebst den Riffhaien.

Ein nicht so gut versteckter Steinfisch. Diese gehören zu den giftigsten Fischen, die es gibt.
Ein nicht so gut versteckter Steinfisch. Diese gehören zu den giftigsten Fischen, die es gibt.

Ein Schwarm zieht an uns vorbei oder wir an ihnen?
Ein Schwarm zieht an uns vorbei oder wir an ihnen?

Natürlich sahen wir auch sehr viele verschiedene Korallen, hier eine schöne rote Weichkoralle.
Natürlich sahen wir auch sehr viele verschiedene Korallen, hier eine schöne rote Weichkoralle.

Mischung aus Hart- und Weichkorallen, die ein wenig an Büsche erinnern.
Mischung aus Hart- und Weichkorallen, die ein wenig an Büsche erinnern.

Ein wartender Feuerfisch (Lionfish).
Ein wartender Feuerfisch (Lionfish).

Alex & Fabienne

Von Alex & Fabienne

Dieser Blog startete für unsere erste grosse 369-tägige Reise durch Lateinamerika, um unsere Freunde und Familie zu Hause auf dem Laufenden zu halten. Unsere nächsten grösseren und kleineren Reisen werden hier wieder publiziert.

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