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Mit dem Rucksack auf Reise um die Welt

Tomohon: Umgeben von Vulkanen, Reisfeldern und Wäldern

Nach vielen sonnigen Tagen am Meer verschlägt es uns ins Landesinnere von Sulawesi. Hier warten lange Rollerfahrten, Cafés, wunderbare Aussichten, unzählige Kirchen und monsunartige Regenfälle auf uns.

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  • Alex & Fabienne
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Unsere erste Aussicht auf die Reisfelder bei Tomohon

Ankunft

Von Raja Ampat wechselten wir in den Norden von Sulawesi. Vom Flughafen Manado nahmen wir bei strahlendem Sonnenschein ein Taxi nach Tomohon. In etwa einer Stunde wurde der Himmel immer düsterer und es begann aus Eimern zu schütten. Wir wurden herzlich empfangen und zu unserer Hütte auf einem wunderbar grünen Grundstück geführt. Dort waren wir erst einmal planlos, auf Regen hatten wir uns nicht eingestellt. Zudem bemerkten wir, dass die Decke nicht dicht war und es auf das Bett tropfte. Zum Glück waren wir fast die einzigen Gäste und wir konnten problemlos die Hütte wechseln. Da der Regen keinen Anschein machte, bald aufzuhören verkrochen wir uns mit einer Serie unter dem Mückennetz.

Abends assen wir im Café der Unterkunft. Wir gingen früh ins Bett, da Alex für mitten in der Nacht einen Wecker gestellt hatte, um das Finale der Eishockey-WM zu schauen. Leider hatte er am Morgen keine guten Nachrichten für Fabienne, die friedlich daneben schlummerte. Die Schweizer Nati muss sich schon wieder mit Silber begnügen…

Am Tag der Ankunft regnete es wie aus Kübeln. Die Stimmung von Fabienne war entsprechend getrübt. Ob es jeden Tag so ist?
Am Tag der Ankunft regnete es wie aus Kübeln. Die Stimmung von Fabienne war entsprechend getrübt. Ob es jeden Tag so ist?

Rollerfahren durch Wälder, über Hügel und zwischen Reisfeldern

Nach der kurzen Nacht kamen wir nicht so schnell in die Gänge, die leckeren Pancakes mit Ananas verschufen uns aber genug Energie, um uns seit langem (wer erinnert sich an Fabiennes erste Rollerfahrt in Paracas, Peru) wieder auf einen Roller zu schwingen. Zuerst lieferten wir insgesamt 7kg Wäsche in einer Wäscherei ab, nach drei Wochen unterwegs trugen wir unseren letzten halbwegs sauberen Kleider. Danach fuhren wir zu einem kleinen Wasserfall ganz in der Nähe und merkten, wie sehr wir üppige grüne Dschungellandschaften vermisst hatten. Danach fuhren wir zwischen Reisfeldern hindurch und wurden immer wieder von Kindern und Erwachsenen im Vorbeifahren begrüsst: “Bule! (=Ausländer), “Hello Sir” oder “Mister” wurden von freudestrahlenden Gesichtern und winkenden Händen begleitet. Man merkte, dass hier im Vergleich zu Bali viel weniger Touristen unterwegs sind und jetzt ausserhalb der Hauptsaison noch weniger.

Unser nächster Halt war bei einem Café mit toller Aussicht über die Reisfelder und die umliegenden Hügel. Wir spazierten kurz durch den hübschen Garten, bevor wir uns vor der Sonne in den Schatten retteten und einen kalten Tee genossen. Den Nachmittag verbrachten wir in einem Café mit Recherchieren und Blogarbeiten, während es regnete. Abends holten wir uns zur Vorspeise einen sehr knusprigen und dünnen Crêpe und gingen danach in ein Café, wo wir den besten knusprigen Tofu bestellten.

Hinter den Quellen gabs Reisfelder soweit das Auge reicht.
Hinter den Quellen gabs Reisfelder soweit das Auge reicht.

Seesicht und Thermalbad

Auch am zweiten Tag schwangen wir uns auf den Roller, dieses Mal fuhren wir weit in den Süden. Über ein paar Umwege, um die Gegend zu geniessen fuhren wir zum See Tondano. Dort verbrachten wir ein paar gemütliche Stunden in einem Restaurant direkt am Ufer. Wir fragten uns wie weit eine Insel-Ception (Insel auf einer Insel auf einer Insel auf einer Insel…) wohl gehen kann. Ich habe das nun recherchiert: In den Philippinen gibt es eine, in Kanada im Polarkreis sogar zwei sogenannte Inseln dritter Ordnung: Insel auf einer Insel auf einer Insel. Wir probierten einen viralen Taro-Latte und brachten nach dem Mittagessen auch noch Kuchen unter.

Mit bereits schmerzenden Hintern fuhren wir zu den Heissen Quellen Ranolewo. Diese haben zwei Teiche gebildet, wobei man nur in einem baden kann. 70°C wäre auch für die Heissduscher:innen unter uns zu viel des Guten ;-)

Wenn es bei 30°C Lufttemparatur dampft, dann muss es heiss sein: Dieser Teich hat etwa 70°C, meinte Stanley.
Wenn es bei 30°C Lufttemparatur dampft, dann muss es heiss sein: Dieser Teich hat etwa 70°C, meinte Stanley.

Fast gleichzeitig mit uns kam Stanley bei den Quellen an. Der 47-jährige wohnt ganz in der Nähe und kommt jeden Tag für ein Bad hierher. Er spricht ziemlich gut Englisch und nahm uns unter seine Fittiche. Er zeigte uns die Palmwand zum Umziehen, wo wir am besten ins Wasser gehen und erklärte uns, dass das Wasser in der Mitte weniger heiss sei. Die 41°C fühlten sich ziemlich heiss an, da die Sonne schien, und Fabienne kam rot wie ein Krebs wieder heraus.

In diesem Teich haben wir ein wenig geschwitzt bei gut 41°C Wassertemperatur.
In diesem Teich haben wir ein wenig geschwitzt bei gut 41°C Wassertemperatur.

Stanley gab uns einen Klumpen Schwefel (stank aber zu wenig, vielleicht doch eher Lehm?) und wies uns an, damit die Haut einzureiben und die Schicht nach dem Trocknen wieder abzuwaschen für eine weiche Haut. Wir plauderten noch eine Weile mit ihm, bevor wir uns auf den Heimweg machten. In ungefähr einer Stunde Fahrt zählten wir 42 Kirchen. Jedes Dorf hier hat mindestens zwei Kirchen, grössere können bis sieben haben!

Auf dem Heimweg von den heissen Quellen haben wir noch einen schönen Blick auf den Lokon erwischt.
Auf dem Heimweg von den heissen Quellen haben wir noch einen schönen Blick auf den Lokon erwischt.

Vergebliche Vulkanliebe, Wasserfälle und Recherchen

Unseren letzten Tag in Tomahon starteten wir frühzeitig, da wir zum Krater des Lokon Vulkans wandern wollten. Doch noch bevor wir den Parkplatz erreicht hatten, wurden wir von einem Parkwächter aufgehalten. Wir dürfen nicht wandern, es sei ein Naturschutzgebiet. Wir waren etwas verwirrt, hatten wir doch in unserer Recherche viele Reiseblogs und Guides gefunden, die das in der Vergangenheit problemlos machen konnten. Naja, Regeln ändern sich und wir überlegten uns eine Alternative.

Schlussendlich fuhren wir zu einem Wasserfall etwas im Norden. Dort überraschte uns der Weg, der komplett gepflastert war, aber oft über kein Geländer verfügte. Da der Weg durch den Wald führte und durch die vielen Regenfälle und hohe Luftfeuchtigkeit ziemlich moosig war, rutschten wir immer wieder aus und kamen nur sehr langsam voran. Die vier hohen Wasserfälle entschädigten uns dann aber für den mühsamen Abstieg. Für den Rückweg brauchten wir weniger lang, kamen dafür aber dreimal so stark ins Schwitzen. Da freuten wir uns doch sehr über den kühlen Fahrtwind zurück zur Unterkunft und den nächsten Regenschauer.

Nach dem überstehen des rutschigen Weges wurden mir mit diesem Wasserfall belohnt.
Nach dem überstehen des rutschigen Weges wurden mir mit diesem Wasserfall belohnt.

Der Regen wollte nicht nachlassen, also bestellten wir ein Grab in die Stadt, anstatt uns auf dem Roller durchweichen zu lassen. Wir assen nochmals den köstlichen Tofu vom ersten Tag und gönnten uns zwei Stück Torte während wir am Blog arbeiteten und Pläne für unsere restliche Zeit auf Sulawesi machten.

Als nächstes werden wir den Tangkoko Nationalpark besuchen. Ob wir die endemischen schwarzen Makaken sehen werden und wohin es uns als nächstes führt, lest ihr schon bald hier.

Wir sehen uns!
Wir sehen uns!

Alex & Fabienne

Von Alex & Fabienne

Dieser Blog startete für unsere erste grosse 369-tägige Reise durch Lateinamerika, um unsere Freunde und Familie zu Hause auf dem Laufenden zu halten. Unsere nächsten grösseren und kleineren Reisen werden hier wieder publiziert.

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